AVM hat die Verteilung der neuen Router-Firmware FritzOS 8.50 offiziell gestartet. Das umfassende Update steht ab sofort für das erste Modell bereit: Besitzer einer FritzBox 7690 können die Aktualisierung ab sofort installieren, weitere Router und Repeater sollen in den kommenden Wochen folgen.
Sicherheit und Netzwerk: DNS-Filter und WireGuard-Killswitch
Zu den zentralen Neuerungen in FritzOS 8.50 gehört ein systemweiter DNS-Filter. Dieser blockiert unerwünschte Internetadressen wie bekannte Werbeserver, Tracker, Phishing-Seiten, Schadsoftware sowie Botnets direkt auf Router-Ebene für das gesamte Heimnetzwerk.
Auch das integrierte WireGuard-VPN erhält funktionale Erweiterungen. Nutzer können Verbindungen für die Einwahl einzelner Endgeräte nun manuell konfigurieren. Zudem unterstützt das System Portfreigaben bei VPN-Firmenkopplungen. Eine wesentliche Sicherheitsverbesserung ist der neue Killswitch: Reißt die verschlüsselte Verbindung ab, unterbindet der Router die ungesicherte Datenübertragung über die reguläre Internetverbindung. Beim Anlegen manueller Portfreigaben blendet die Oberfläche ab sofort Warnhinweise ein, falls diese das Netzwerk unnötigen Risiken aussetzen.
Smart Home, Telefonie und Ausfallsicherheit
Für das Smart Home liefert das Update standortbasierte Routinen über Geofencing (etwa Szenarien wie „Haus verlassen“ oder „Nach Hause kommen“), die sich auch mit Bedingungen wie der Abwesenheit aller Bewohner koppeln lassen. Die smarten Schaltsteckdosen FritzDect 200, 201 und 210 können angeschlossene Verbraucher nun nach Überschreiten eines Leistungslimits zeitverzögert automatisch abschalten. Für die FritzBox 5690 Pro schaltet AVM zudem eine Matter-Bridge frei, die Smart-Home-Geräte mit Plattformen wie Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa verbindet – ein Ausbau, der an frühere Schritte wie FritzOS 8.26 mit Matter-Integration anknüpft.
Telefone der FritzFon-Reihe erhalten einen vereinfachten Anzeigemodus mit frei belegbaren Schnellwahltasten sowie eine SOS-Notruffunktion, die im Bedarfsfall bis zu vier Notfallkontakte nacheinander anruft. Für mehr Betriebssicherheit bei Modellen mit 4G- oder 5G-Modem sorgt ein verbesserter Ausfallschutz: Ist der Internetzugang primär über ein kabelgebundenes LAN-Signal konfiguriert, schaltet der Router bei Störungen selbstständig auf Mobilfunk um.
Weitere Detailverbesserungen im Heimnetz
- Automatische Priorisierung: FritzOS erkennt Gaming-Traffic und Videokonferenzen eigenständig und bevorzugt diese Datenströme gegenüber anderen Downloads.
- Mesh ohne Gerätetaste: Zusätzliche Fritz-Geräte lassen sich nun direkt über die Web-Oberfläche in das Mesh-Netzwerk einbinden, ohne die physische Connect-Taste drücken zu müssen.
- Mehr Speicherfreigaben: Das interne NAS unterstützt nun bis zu 250 Freigaben statt der bisherigen 20.
- Lokale Hostnamen: Die FritzBox ist im Heimnetz über zusätzliche Adressen wie
fritzbox.local,box.local,router.localodergateway.localerreichbar. - Zertifikate und Kindersicherung: Die automatische Verlängerung kostenloser Let’s-Encrypt-Zertifikate läuft zuverlässiger. Die Verlängerung der Surfzeit um 45 Minuten steht nun auch bei gemeinsamen Zeitbudgets zur Verfügung.
Praxis: Update installieren oder Vorabversion testen
Besitzer einer FritzBox 7690 können die Aktualisierung über das Menü unter System > Update anstoßen. Nutzer anderer Modelle müssen sich noch etwas gedulden, können jedoch teils Vorabversionen ausprobieren: AVM bietet entsprechende Labor-Versionen unter der Versionsnummer 8.40 für Glasfaser-Modelle (5690, 5690 Pro), DSL-Geräte (7590, 7590 AX) sowie Kabel-Router (6670, 6690) an. Für die breite Masse empfiehlt sich jedoch das Warten auf den regulären Rollout der finalen Version.
Quellen: Chip.de












