Der URL-Shortener goo.gl von Google steht endgültig vor dem Aus: Ab dem 25. August 2025 leiten die kurzen goo.gl-Links nicht mehr auf ihre ursprünglichen Ziele weiter. Wer solche Kurz-URLs in Dokumenten, QR-Codes, alten Blogartikeln oder Bookmarks nutzt, sollte jetzt handeln – sonst laufen die Links ins Leere. In diesem Ratgeber erfährst du, was genau passiert, welchen Zeitplan Google verfolgt, wie du betroffene Links rechtzeitig ersetzt und wie das Internet Archive dafür sorgt, dass die Weiterleitungen wenigstens für die Nachwelt erhalten bleiben.
Warum Google den goo.gl URL-Shortener abschaltet
Die Abschaltung kommt nicht überraschend. Bereits 2018 hatte Google angekündigt, den Dienst nicht mehr aktiv weiterzuentwickeln. Schon ab dem 13. April 2018 konnten neue und anonyme Nutzer die goo.gl-Konsole nicht mehr aufrufen, um frische Kurz-URLs zu erzeugen. Bestehende Links funktionierten zunächst weiter und wurden zuverlässig weitergeleitet. Google setzte in der Zwischenzeit auf Firebase Dynamic Links und verwies Entwickler auf alternative Lösungen.
Jetzt zieht Google auch den letzten Stecker: Die Infrastruktur für die eigentliche Weiterleitung wird abgeschaltet. Damit ist ein URL-Shortener Geschichte, der über viele Jahre Millionen kurzer Links ausgeliefert hat – in E-Mails, sozialen Netzwerken, gedruckten Materialien und QR-Codes.
Der Zeitplan: Wann goo.gl-Links wirklich sterben
Google geht die Abschaltung in mehreren Stufen an, damit Nutzer nicht ohne Vorwarnung vor toten Links stehen:
- Seit 2018: Es lassen sich keine neuen goo.gl-Kurzlinks mehr anlegen. Bestehende Links werden weiterhin weitergeleitet.
- Ab dem 23. August 2024: Bei einem Teil der goo.gl-Links erscheint eine Zwischenseite (Interstitial), die Besucher vor der Weiterleitung darauf hinweist, dass der Link nach dem 25. August 2025 nicht mehr unterstützt wird.
- Ab dem 25. August 2025: Die Weiterleitungen werden endgültig eingestellt. Ein Aufruf eines goo.gl-Links führt dann nicht mehr zum ursprünglichen Ziel.
Wichtig: Die Warnhinweise erscheinen nicht bei jedem Link und nicht zwingend frühzeitig. Verlasse dich deshalb nicht darauf, dass dich eine Zwischenseite noch rechtzeitig warnt – prüfe deine Links aktiv.
Wer ist von der goo.gl-Abschaltung betroffen?
Betroffen ist praktisch jeder, der irgendwo einen goo.gl-Link hinterlassen hat oder auf einen solchen verweist. Besonders kritisch wird es an Stellen, die sich nicht mehr einfach ändern lassen:
- QR-Codes auf gedruckten Flyern, Visitenkarten, Verpackungen oder Plakaten, die auf goo.gl zeigen.
- Alte Blogartikel und Dokumentationen, in denen Kurz-URLs statt der Ziel-Adresse verlinkt wurden.
- PDFs, Präsentationen und E-Mails aus den Jahren, in denen goo.gl beliebt war.
- Social-Media-Posts, die sich nachträglich nicht mehr bearbeiten lassen.
Betroffene goo.gl-Links jetzt sichern und ersetzen
Bevor die Weiterleitungen abgeschaltet werden, solltest du herausfinden, wohin deine Kurz-URLs eigentlich zeigen, und sie durch dauerhafte Adressen ersetzen. So gehst du vor:
- Ziel-URL ermitteln: Rufe den goo.gl-Link auf und notiere die endgültige Zieladresse, auf die er weiterleitet. Bei vielen Links kannst du die Ziel-URL auch über die Vorschau eines Link-Checkers herausfinden.
- Direktlinks setzen: Ersetze in allen Inhalten, die du selbst bearbeiten kannst, den goo.gl-Link durch die vollständige Ziel-URL. Damit machst du dich unabhängig von jedem Kurzlink-Dienst.
- QR-Codes neu erzeugen: Erstelle QR-Codes neu, die direkt auf die Zielseite zeigen. Für künftige Kampagnen empfiehlt sich ein Shortener mit eigener Domain, den du selbst kontrollierst.
- Alternativen wählen: Wenn du Kurzlinks brauchst, nutze einen langlebigen Dienst oder eine selbst gehostete Lösung. So bleibst du nicht von der Roadmap eines einzelnen Anbieters abhängig.
goo.gl-Links werden archiviert
Auch wenn die Weiterleitungen bald verschwinden, geht das Wissen über die Ziele nicht komplett verloren. Das ArchiveTeam betreibt ein Projekt mit dem Ziel, die Links und die zugehörigen Weiterleitungen von Kurzlink-Diensten zu erfassen und für die Nachwelt zu bewahren. So lässt sich später oft noch nachvollziehen, wohin ein bestimmter goo.gl-Link einmal gezeigt hat. An solchen Archivierungsprojekten kann sich jeder beteiligen.
Jeder kann bei der Archivierung helfen
Wer mitmachen möchte, kann einen sogenannten ArchiveTeam Warrior betreiben. Das funktioniert als Docker-Container oder als virtuelle Maschine – auf dem Homeserver, dem Laptop oder einem beliebigen Computer. Der Warrior fragt Inhalte ab, die gemeinsam mit der Wayback Machine archiviert werden sollen, bereitet sie auf und lädt sie hoch. So leistet jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen kleinen Beitrag zum „Museum des Internets“. Weitere Informationen findest du im Wiki des ArchiveTeam.
Was ist die Wayback Machine?
Die Wayback Machine ist ein digitales Archiv des World Wide Web, das von der gemeinnützigen Organisation Internet Archive betrieben wird. Sie wurde 2001 ins Leben gerufen und ermöglicht es, auf frühere Versionen von Webseiten zuzugreifen. Regelmäßig speichert sie Snapshots von Webseiten und bewahrt diese in einem riesigen Archiv auf. Mit vielen Milliarden gespeicherten Seiten ist sie eine wertvolle Ressource für historische Forschung, digitale Forensik und den Erhalt digitaler Kultur. Nutzer geben einfach eine URL ein und können frei durch frühere Versionen einer Webseite blättern – so werden die Entwicklung und Veränderungen im Web nachvollziehbar.
Fazit: Jetzt goo.gl-Links prüfen, bevor es zu spät ist
Die Abschaltung des goo.gl URL-Shorteners ist eine gute Erinnerung daran, wie fragil Kurzlinks sein können: Verschwindet der Dienst, sind sämtliche darauf basierenden Links auf einen Schlag wertlos. Prüfe deshalb rechtzeitig, wo du noch goo.gl-Adressen verwendest, ersetze sie durch direkte Ziel-URLs und setze für die Zukunft auf Kurzlink-Lösungen, die du selbst kontrollierst. So bleiben deine Inhalte auch nach dem 25. August 2025 erreichbar.
Häufige Fragen zur goo.gl-Abschaltung (FAQ)
Ab wann funktionieren goo.gl-Links nicht mehr?
Die Weiterleitungen werden ab dem 25. August 2025 eingestellt. Danach führt ein goo.gl-Link nicht mehr zur ursprünglichen Zielseite. Bereits ab dem 23. August 2024 erscheinen bei einem Teil der Links Warnhinweise.
Kann ich noch neue goo.gl-Links erstellen?
Nein. Seit April 2018 lassen sich über die goo.gl-Konsole keine neuen Kurz-URLs mehr anlegen. Der Dienst befindet sich seither im Auslaufmodus.
Wie finde ich heraus, wohin ein goo.gl-Link zeigt?
Solange die Weiterleitungen noch aktiv sind, kannst du den Link aufrufen und die Ziel-URL notieren. Alternativ zeigt ein Link-Checker oder die Vorschaufunktion vieler Browser-Erweiterungen das Ziel an, ohne dass du direkt weitergeleitet wirst.
Was passiert mit QR-Codes, die auf goo.gl verweisen?
QR-Codes, die einen goo.gl-Link enthalten, funktionieren nach dem 25. August 2025 nicht mehr. Erzeuge betroffene QR-Codes neu und lass sie direkt auf die endgültige Zieladresse zeigen.
Welche Alternativen gibt es zu goo.gl?
Du kannst etablierte Kurzlink-Dienste nutzen oder eine selbst gehostete Lösung mit eigener Domain betreiben. Der Vorteil einer eigenen Domain: Du behältst die volle Kontrolle und bist nicht von der Roadmap eines einzelnen Anbieters abhängig.
Bleiben die alten goo.gl-Ziele irgendwo erhalten?
Teilweise ja. Das ArchiveTeam und die Wayback Machine des Internet Archive erfassen viele Kurzlink-Weiterleitungen, sodass sich später oft noch rekonstruieren lässt, wohin ein goo.gl-Link einmal gezeigt hat.
