Ein Unraid Online-Backup schützt deine wichtigsten Dateien genau dann, wenn lokale Kopien versagen – etwa bei einem Festplattenausfall, Diebstahl oder Hausbrand. Wer schon einmal Daten verloren hat, weiß: Ohne eine externe Sicherung sind Fotos, Videos und Dokumente unwiederbringlich weg. In dieser Anleitung richtest du ein verschlüsseltes Cloud-Backup für deinen Unraid-Server ein – günstig, automatisch und sicher.
Warum ein Online-Backup für Unraid?
Ein RAID oder das Unraid-Array schützt zwar vor dem Ausfall einzelner Festplatten, ersetzt aber kein Backup. Fällt der komplette Server aus, wird der Server gestohlen oder löscht ein Verschlüsselungstrojaner deine Daten, hilft nur eine räumlich getrennte Kopie. Ein Online-Backup in die Cloud ist dafür der einfachste Weg: Du brauchst keine zweite Location und keine Hardware, sondern nur einen Cloud-Speicher und die passende Software.
Die 3-2-1-Backup-Strategie
Für den Heimgebrauch hat sich die 3-2-1-Regel bewährt: 3 Kopien deiner Daten auf 2 unterschiedlichen Medien, davon 1 an einem anderen Standort. Das Unraid-Array liefert die erste Kopie, eine lokale Festplatte oder ein zweites NAS die zweite – und das Cloud-Backup übernimmt die entscheidende dritte Kopie außer Haus.

Cloud-Anbieter im Vergleich
Beim Preis kommt es vor allem auf die Datenmenge an. Wer nur die wichtigsten Dokumente sowie persönliche Fotos und Videos sichert, landet schnell bei einigen hundert Gigabyte – rund 280 GB kosten bei Backblaze etwa 1,35 € im Monat. Die folgende Tabelle zeigt gängige Object-Storage-Anbieter im Überblick (Preise in US-Dollar bzw. Euro pro GB und TB, Stand der ursprünglichen Recherche):
| Anbieter | Amazon S3 | Wasabi | Contabo | Backblaze B2 |
|---|---|---|---|---|
| Preis pro GB / Monat (EU) | 0,02 | 0,00599 | 0,01185 | – |
| Preis pro TB / Monat (EU) | 25,09 | 5,99 | 11,85 | – |
| Preis pro GB / Monat (USA) | 0,02 | 0,00599 | 0,01185 | 0,005 |
| Preis pro TB / Monat (USA) | 23,55 | 5,99 | 11,85 | 5,00 |
| Ingress-Traffic pro GB | 0,09 | 0 | 0 | 0 |
| Egress-Traffic pro GB | – | – | – | 0,01 |
Bei Backblaze B2 werden belegter Speicher und Download-Traffic in Gigabyte abgerechnet: rund 0,005 US-Dollar pro gespeichertem GB und 0,01 US-Dollar pro heruntergeladenem GB. Da man ein Backup nur im Notfall zurücklädt, bleibt der Egress-Traffic in der Praxis günstig. Auf der Pricing-Seite von Backblaze gibt es einen Rechner, mit dem du deine Kosten grob abschätzen kannst.
Software: Duplicati auf Unraid installieren
Zum Erstellen und Hochladen der Sicherung eignet sich der Duplicati-Docker-Container auf Unraid. Duplicati sichert die Dateien nicht nur, sondern verschlüsselt sie auch clientseitig. So sieht der Cloud-Anbieter nur unlesbaren „Datensalat“ – ohne deinen Schlüssel ist damit nichts anzufangen. Das ist gerade bei US-Anbietern ein wichtiger Datenschutz-Vorteil.
Lade das Docker-Image über den „Apps“-Tab (Community Applications) in der Unraid-Weboberfläche. Fehlt dir dieser Tab, installiere zunächst das Community-Applications-Plugin. So können die Docker-Einstellungen für Duplicati aussehen:

Gesichert wird später ein Ordner aus dem Share „Media“, in dem die Fotos und Videos liegen. Klicke auf „Install“, um den Container zu installieren. Danach erreichst du die Weboberfläche über das Quick-Menü in Unraid und vergibst in der Regel zuerst ein Passwort.

Backup in Duplicati anlegen – Schritt für Schritt
- Klicke auf „Sicherung hinzufügen +“ und wähle „Neues Backup konfigurieren“.
- Vergib einen Namen und optional eine Beschreibung für die Backup-Aufgabe.
- Wähle unter „Verschlüsselung“ die Option AES-256 – damit sind deine Daten vor neugierigen Blicken sicher.
- Lege eine starke Passphrase fest und sichere sie gut. Ohne dieses Passwort kommst du nicht mehr an dein Backup.
Bewahre die Passphrase mehrfach auf: ausgedruckt, in einem Passwortmanager auf Rechner und Smartphone und optional bei Vertrauenspersonen. Das klingt übertrieben, aber ohne Passwort ist das gesamte Backup wertlos. Wer seinen Server zusätzlich absichern möchte, sollte auch über Zwei-Faktor-Authentifizierung für Unraid nachdenken.
Backblaze B2 als Sicherungsziel einrichten
Ein lokaler Ordner taugt nicht als echtes Backup – brennt das Haus ab, ist trotzdem alles weg. Deshalb kommt jetzt Backblaze ins Spiel. Lege zunächst einen kostenlosen Account an und wähle als Produkt den B2 Cloud Storage. Erstelle anschließend über „Create a Bucket“ einen neuen Bucket und vergib einen Namen.

Wirf unbedingt einen Blick auf die „Lifecycle Settings“. Dort legst du fest, wie viele Versionen behalten werden. Um Kosten zu sparen, eignet sich „Keep only the last version“. Solange noch keine Dateien hochgeladen sind, entstehen keine Speicherkosten.
Application Key erstellen und Verbindung prüfen
Wähle in Duplicati unter Sicherungsziel den Typ „B2 Cloud Storage“ und trage den zuvor festgelegten Bucket-Namen ein. Wechsle danach in Backblaze von „Buckets“ zu „App Keys“ und klicke auf „Add a New Application Key“. Vergib einen Namen und setze den Zugriff auf Read and Write – nur so kannst du Backups erstellen und wiederherstellen.

Notiere dir den generierten Key sofort – nach einem Reload wird er nicht mehr angezeigt. Trage die Application ID unter „B2 Account ID or Application ID“ und den Schlüssel unter „B2 Application Key“ ein. Mit „Verbindung überprüfen“ testest du, ob alles passt.

Dateien, Zeitplan und Aufbewahrung
Wähle unter „Quell-Daten“ den zu sichernden Ordner – etwa den Media-Share mit deinen Fotos. Über „Ausschließen“ kannst du bestimmte Dateien per Regel aussparen. Anschließend legst du einen Zeitplan fest. Bei schwacher Internetleitung solltest du nicht täglich sichern; grundsätzlich ist ein tägliches Backup aber ideal.
Unter „Allgemeine Einstellungen“ kannst du die Remote-Volume-Größe beim Standard von 50 MB belassen. Wichtiger ist die Aufbewahrungsdauer: Wer nur Mediendateien sichert, kommt oft mit einer Version aus. Mit „Speichern“ wird der Backup-Job angelegt und läuft ab sofort automatisch zu den festgelegten Zeiten.

Ab jetzt dürfen deine Festplatten ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen. Im Ernstfall stellst du alles über den Menüpunkt „Wiederherstellen“ zurück.
Alternativen bei langsamer Internetverbindung
Musst du sehr viele Daten sichern, hast aber nur einen langsamen Upload, lohnt sich der Fireball-Service von Backblaze. Dabei wird dir ein Speichergerät nach Hause geschickt, auf das du bis zu 70 TB kopierst. Nach dem Rücksand übertragen die Mitarbeiter die Daten direkt in die Cloud. Das lohnt sich vor allem für große Archiv-Backups.
Standortgetrenntes Backup auf eigenem Server
Überschreitest du gewisse Datenmengen, kann ein Cloud-Backup teuer werden. Dann rechnet sich irgendwann ein eigener zweiter Server an einem anderen Standort. Als Backup-Ziel wählst du in Duplicati einfach ein Protokoll wie FTP oder FTPS und gibst den zweiten Server als Ziel an. Beachte beim Aufbau eines eigenen Unraid-Servers auch grundlegende Details wie die richtige Größe des Boot-USB-Sticks.
Fazit
Ein Unraid Online-Backup ist mit Duplicati und Backblaze B2 in wenigen Schritten eingerichtet und kostet für private Datenmengen oft nur wenige Euro im Monat. Dank clientseitiger AES-256-Verschlüsselung bleiben deine Daten privat, und die 3-2-1-Strategie schlägt selbst dann zu, wenn der komplette Server ausfällt. Wichtig ist vor allem eines: Bewahre deine Passphrase sicher auf – sie ist der Schlüssel zu deinem gesamten Backup.
Häufige Fragen (FAQ)
Ersetzt das Unraid-Array ein Backup?
Nein. Das Array schützt nur vor dem Ausfall einzelner Festplatten. Gegen Diebstahl, Brand, versehentliches Löschen oder Ransomware hilft ausschließlich ein separates, idealerweise räumlich getrenntes Backup.
Was kostet ein Cloud-Backup mit Backblaze B2?
Bei Backblaze B2 zahlst du rund 0,005 US-Dollar pro gespeichertem GB und Monat. Etwa 280 GB kosten so ungefähr 1,35 € monatlich. Downloads schlagen mit rund 0,01 US-Dollar pro GB zu Buche, fallen aber nur im Wiederherstellungsfall an.
Sind meine Daten beim US-Anbieter sicher?
Ja, sofern du in Duplicati die AES-256-Verschlüsselung aktivierst. Die Dateien werden dann bereits auf deinem Server verschlüsselt. Der Anbieter sieht nur unlesbare Daten und kann ohne deine Passphrase nichts damit anfangen.
Was passiert, wenn ich die Passphrase verliere?
Dann ist das Backup unbrauchbar – es gibt keine Hintertür. Sichere die Passphrase deshalb mehrfach und getrennt vom Server, etwa in einem Passwortmanager, als Ausdruck und an einem zweiten sicheren Ort.
Wie oft sollte ich sichern?
Ein tägliches Backup ist ideal. Bei langsamer Internetleitung kannst du seltener sichern oder große Erstsicherungen über den Fireball-Service auslagern und danach nur noch Änderungen hochladen.
Kann ich statt der Cloud einen eigenen Server nutzen?
Ja. Bei großen Datenmengen lohnt sich oft ein zweiter Server an einem anderen Standort. In Duplicati wählst du dann ein Protokoll wie FTPS und gibst diesen Server als Sicherungsziel an.
