Die Midea PortaSplit hat sich im Sommer als absoluter Lebensretter erwiesen. Doch wenn die Temperaturen im Herbst und Winter fallen, stellt sich eine spannende Frage: Taugt das Gerät auch als vollwertige Heizung?
Besonders in gemieteten Wohnungen, die direkt über unbeheizten Garagen oder Kellerräumen liegen, merkt man in der kalten Jahreszeit extrem schnell, wie die Kälte förmlich durch den Boden nach oben zieht. Die klassische Gasheizung läuft dann oft auf Hochtouren, was bei den aktuellen Energiepreisen schnell teuer wird. Da die PortaSplit im Grunde eine mobile Wärmepumpe (Luft-Luft-Wärmepumpe) ist, schauen wir uns heute im Praxis-Test an, ob sich das Heizen mit Strom hier wirklich lohnt.
Die Ausgangslage: Wärmepumpe vs. Heizkörper
Herkömmliche Gas- oder Ölheizungen erwärmen Wasser, das durch statische Heizkörper gepumpt wird. Das dauert, ist oft träge und erwärmt den Raum relativ ungleichmäßig.
Die Midea PortaSplit nutzt hingegen den Wärmepumpen-Effekt. Die Effizienz wird hierbei mit dem SCOP-Wert (Seasonal Coefficient of Performance) angegeben. Kurz gesagt: Der Wert gibt an, wie viel thermische Energie (Wärme) aus einer Kilowattstunde (kWh) elektrischer Energie erzeugt wird. Selbst an kalten Tagen kann die PortaSplit aus 1 kWh Strom gut und gerne 3 bis 4 kWh Heizleistung generieren, da sie die restliche Energie einfach aus der Umgebungsluft zieht.
Vorbereitung für den Winterbetrieb
Wer unser Tutorial zum [Midea PortaSplit Einwintern] gelesen hat, weiß: Das Gerät lässt sich prima einlagern. Aber für den Heizbetrieb bleibt das Außenteil natürlich draußen.
Zwei Dinge sind hierbei extrem wichtig:
- Kondenswasser: Im Heizmodus tropft das Kondenswasser nicht mehr nur am Innengerät, sondern vor allem am Außengerät ab (Abtau-Automatik). Es ist essenziell, dass das Wasser am Außenteil frei abfließen kann und nicht auf dem Balkon festfriert.
- Freie Luftzirkulation: Auch im Winter braucht der externe Wärmetauscher genug Luft. Schnee oder Laub sollten regelmäßig vom Außenteil entfernt werden.
Die Praxis-Rechnung: Strom oder Gas?
Rechnen wir das Ganze einmal grob durch. Nehmen wir an, unsere Gasheizung kostet aktuell rund 10 bis 11 Cent pro kWh Wärme (inklusive Leitungsverlusten). Der Haushaltsstrom liegt bei etwa 30 Cent pro kWh.
Heizen mit einem simplen elektrischen Heizlüfter (1:1 Umwandlung) wäre bei 30 Cent ein finanzielles Desaster. Da die PortaSplit aber dank ihres SCOP-Wertes aus 1 kWh Strom (30 Cent) beispielsweise 3,5 kWh Wärme macht, kostet uns eine Kilowattstunde Wärme plötzlich nur noch ca. 8,5 Cent.
Hinzu kommt: Die Anlage heizt genau den Raum, in dem wir uns aufhalten (z.B. das Arbeitszimmer oder Wohnzimmer), während die restliche Wohnung nicht unnötig auf 22 Grad mitgeheizt werden muss. Gerade im Home Office ist das ein massiver Kostenvorteil.
Wärmeverteilung und Komfort
Ein weiterer riesiger Unterschied im Alltag ist die Luftzirkulation. Während ein normaler Heizkörper die Kälte am Boden (speziell über kalten Garagendecken) oft nur schwer in den Griff bekommt, bläst die PortaSplit die warme Luft aktiv in den Raum.
Der Raum ist in wenigen Minuten spürbar warm. Durch die Lamellensteuerung lässt sich der warme Luftstrom gezielt nach unten richten, was besonders bei fußkalten Böden extrem angenehm ist. Der Nachteil? Man heizt mit Luftstrom, was für empfindliche Personen auf Dauer als leichter Zug empfunden werden kann. Auf der niedrigsten Lüfterstufe hält sich die Geräuschkulisse aber absolut in Grenzen und stört auch bei Videocalls nicht.
Fazit: Lohnt sich das Heizen mit der PortaSplit?
Ja, absolut! Wer das Gerät ohnehin für den Sommer angeschafft hat, macht einen Fehler, wenn er es im Winter im Schrank verstauben lässt.
Besonders in der Übergangszeit oder in Räumen, die schnell auskühlen (wie über Garagen oder Durchfahrten), schlägt die Midea PortaSplit die klassische Gasheizung oft in Sachen Geschwindigkeit und Effizienz. Wer zudem einen dynamischen Stromtarif oder ein Balkonkraftwerk nutzt, heizt hier noch einmal deutlich günstiger.
Tipp für Home Assistant Nutzer: Im nächsten Artikel zeige ich euch, wie ihr die PortaSplit so automatisiert, dass sie gezielt dann heizt, wenn der Strompreis am günstigsten ist!
