HDMI Extender
HDMI-Extender kaufen: Kaufberatung nach Entfernung und Auflösung
Beim HDMI-Extender ist die beworbene Reichweite die am häufigsten missverstandene Angabe im ganzen Datenblatt. „Bis 100 Meter" bedeutet fast nie „100 Meter in 4K bei 60 Hz" – sondern die Maximalstrecke bei der niedrigsten unterstützten Auflösung. Wer das nicht weiß, kauft ein Set, das genau die Kombination nicht schafft, für die er es gekauft hat. Diese Kaufberatung ordnet die Geräte nach dem, was zählt: Entfernung mal Auflösung, und zeigt für jede Situation die passende Klasse. Wenn Du noch unsicher bist, ob Du überhaupt einen Extender brauchst oder ein Repeater genügt, klärt das Repeater vs. Extender.
Die eine Regel, die alles entscheidet
Reichweite und Auflösung sind gegenläufig. Jedes Extender-Set schafft seine maximale Strecke nur bei reduzierter Datenrate. Ein Hersteller, der „100 m" auf die Verpackung schreibt, meint damit in aller Regel Full HD oder 4K bei 30 Hz – nicht 4K bei 60 Hz.
Konkret aus den Datenblättern der hier vorgestellten Sets:
| Set | 4K @ 60 Hz | 4K @ 30 Hz / Full HD |
|---|---|---|
| DIGITUS 70 m | bis 70 m | – |
| PremiumCord 70 m | bis 70 m | – |
| PremiumCord 50 m + lokaler Port | bis 30 m | bis 50 m |
| PremiumCord 100 m | – | bis 100 m |
| PremiumCord 60 m (Full HD) | – | bis 60 m (1080p) |
| DIGITUS Mini 50 m | – | bis 50 m (1080p) |
Das PremiumCord-Set mit „50 m" auf der Verpackung schafft laut Hersteller 4K@60 nur bis 30 Meter – darüber fällt es auf 4K@30 oder Full HD zurück. Das ist keine Schwäche des Geräts, sondern Physik. Man muss es nur wissen, bevor man kauft.
Praktische Konsequenz: Bestimme zuerst Deine Strecke und Deine Zielauflösung. Erst dann schaust Du auf Produkte – und prüfst, ob das Set genau diese Kombination nennt.
Schritt 1: Die Entfernung realistisch messen
Der häufigste Planungsfehler ist die Luftlinie. Gemessen wird der Kabelweg, und der ist fast immer länger als gedacht:
- Wandführung statt Diagonale – Kabel laufen an Wänden entlang, nicht quer durch den Raum.
- Aufschlag für Steigungen – von der Steckdose zur Decke und wieder hinunter sind schnell fünf zusätzliche Meter.
- Reserve einplanen – 10 bis 15 Prozent Zuschlag für Schlaufen, Zugentlastung und Nachjustierung.
- Patchfelder mitzählen – wenn die Strecke über eine Netzwerkdose läuft, kommen die Patchkabel an beiden Enden dazu.
Rechne lieber großzügig: Ein Set, das 20 Meter Reserve hat, läuft stabil. Eines, das an seiner Grenze arbeitet, produziert genau die sporadischen Aussetzer, die man später stundenlang sucht.
Schritt 2: Die Zielauflösung festlegen
| Anwendung | Nötige Auflösung | Datenrate |
|---|---|---|
| Digital Signage, Infodisplay | 1080p 60 Hz | ca. 4,5 Gbit/s |
| Überwachungsmonitor, Präsentation | 1080p 60 Hz | ca. 4,5 Gbit/s |
| Beamer, Film und TV | 4K 60 Hz | 18 Gbit/s |
| Streaming in 4K mit HDR | 4K 60 Hz HDR | 18 Gbit/s |
| Konsolen-Gaming (PS5, Xbox Series X) | 4K 120 Hz | 48 Gbit/s |
Der Sonderfall Gaming: Für 4K bei 120 Hz brauchst Du 48 Gbit/s – und das schaffen die allermeisten HDBaseT-Extender nicht. Wer eine Konsole über eine lange Strecke anschließen will, kommt entweder mit 4K@60 aus oder braucht ein deutlich teureres Set der HDBaseT-3.0-Klasse. Die Bandbreiten im Detail stehen unter HDMI-Versionen und Bandbreiten.
Schritt 3: Das passende Set
Bis 70 Meter in 4K@60: die solide Wahl
- Verlängert 4K/60Hz Video-Inhalte auf bis zu 70 m - Unterstützt Ultra HD (60Hz), 4096 x 2160p Auflösung
- PoC (Power over Cable) - lediglich eine Einheit benötigt ein externes Netzteil
- Integrierte IR-Schnittstelle - Einfache Steuerung der Eingangsquelle mit einer Fernbedienung
- Unterstützt CAT 6, CAT 6A, CAT 7 Netzwerkkabel
- Unterstützt HDCP 2.2
Der DIGITUS-Extender überträgt 4K bei 60 Hz auf bis zu 70 Meter über Cat6, Cat6a oder Cat7. Zwei Details machen ihn im Alltag praktisch: PoC (Power over Cable) – nur eine der beiden Einheiten braucht ein Netzteil, was am Display oft die fehlende Steckdose löst – und eine integrierte IR-Schnittstelle, mit der sich die Quelle vom Zielraum aus per Fernbedienung steuern lässt.
Für die typische Situation „Beamer im Wohnzimmer, Receiver im Schrank nebenan" oder „Display im Nachbarraum" ist das die unkomplizierteste Lösung.
Mit lokalem Ausgang: wenn zwei Displays parallel laufen sollen
- HDMI 2.0 Extender Ultra HD 4kx2k bei 60 Hz bei 70 m über Cat6 / Cat6A / Cat7
- Mit diesem HDMI-Extender können Sie ein HDMI-Signal über große Entfernungen mit einem CAT 6 / 6A / 7-Netzwerkkabel übertragen.
- Dank der Verwendung eines Netzwerkkabels ist es möglich, eine Übertragungslänge von bis zu 70 Metern mit einer Auflösung von 4K @ 60Hz Video zu erreichen.
- Anschlüsse am Sender: HDMI-Eingang, HDMI-Ausgang für lokalen Monitor, RJ45-Anschluss, Stromanschluss, 2x IR-Anschluss - Anschlüsse am Empfänger: HDMI-Ausgang, RJ45-Anschluss, Stromanschluss, 2x IR-Anschluss, digitaler S / PDIF-Audioausgang
- Unterstützt UHD 4K bei 60 Hz (2160p bei 60 Hz), YUV 4: 4: 4, Dolby Audio, HDMI 2.0, HDCP 2.2, ARC und bidirektionales IR-Passback für die Fernbedienung
Der PremiumCord-Extender schafft ebenfalls 4K@60 auf 70 Meter, hat aber einen zusätzlichen HDMI-Ausgang am Sender für einen lokalen Monitor. Damit läuft dasselbe Signal gleichzeitig auf einem Bildschirm direkt an der Quelle und auf dem entfernten Display – praktisch für Kontrollmonitore, Vorschaubildschirme oder ein zweites TV-Gerät im Quellraum.
Ebenfalls mit IR-Sender und -Empfänger. Wer nur ein Display braucht, spart mit dem DIGITUS-Set Geld; wer einen zweiten Bildschirm will, spart sich hier einen zusätzlichen Splitter.
Lange Strecke, moderate Auflösung
- HDMI Extender 4K auf 100 m über ein Cat5e / Cat6-Kabel
- Unterstützt 4K@30Hz und FULL HD 1080p 60Hz bis zu 100m einschließlich HDCP - Für Auflösungen: 480i, 480p, 720i, 720p, 1080i, 1080p und 4K@30Hz
- Der Extender überträgt digitales HDMI-Video und -Audio
- Verwendet ein hochwertiges 1x LAN-Kabel Cat5e, Cat6, Cat7 für den Anschluss - Verwenden Sie ein AWG23-Kupferkabel für eine Entfernung von 60m
- Der Extender darf nicht mit einem aktiven Computernetzwerk, Switch, Router oder einem anderen aktiven Netzwerkgerät verbunden sein. Der Sender und der Empfänger des Extenders müssen direkt, vorzugsweise ohne Unterbrechung, an das LAN-Kabel angeschlossen werden.
Dieses Set überträgt bis 100 Meter über ein einzelnes Cat5e- oder Cat6-Kabel – allerdings mit 4K bei 30 Hz oder Full HD bei 60 Hz, nicht mit 4K@60. Für Digital Signage, Infodisplays, Überwachungsmonitore und Präsentationstechnik ist das genau richtig, und der Preis liegt deutlich unter dem der 4K@60-Klasse.
Wichtiger Hinweis aus dem Datenblatt: Der Hersteller nennt für 60 Meter ausdrücklich AWG23-Kupferkabel. Das ist kein Detail am Rande – mit dünnerem oder CCA-Kabel wird diese Strecke nicht erreicht. Mehr dazu unter Netzwerkkabel für HDMI-Extender.
Der günstige Einstieg
- Ultra kompakte Bauart - lässt sich nahezu überall leicht und diskret positionieren
- Stromversorgung über Micro USB-Kabel - Nutzen Sie den USB-Port Ihres PCs/Notebooks, einen USB-Ladeadapter, etc. um den Extender mit Strom zu versorgen
- Unterstützt PoE - Lediglich eine Einheit muss per Micro USB-Kabel mit Strom versorgt werden
- Bietet einfache und schnelle Verteilung für HDMI Video-Signale - Platzieren Sie Ihre Bildschirme, wo immer Sie möchten
- Unterstützt Auflösungen bis 1080p/60Hz
Das DIGITUS Mini-Set überträgt Full HD 1080p bei 60 Hz auf 50 Meter und ist dabei ungewöhnlich kompakt. Die Stromversorgung läuft über Micro-USB – ein USB-Port am Notebook oder ein einfaches Ladegerät genügt, und dank PoE braucht nur eine Seite Strom.
Für Vereinsheime, Praxen, Ladenlokale oder als Zweitlösung im Nebenraum ist das ein sehr wirtschaftliches Paket. Nur eben ohne 4K.
Die Auswahl auf einen Blick
| Deine Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Bis 30 m, 4K@60, kein Netzwerkkabel vorhanden | Glasfaser-HDMI-Kabel statt Extender |
| 30–70 m, 4K@60, eine Steckdose am Ziel fehlt | DIGITUS 70 m mit PoC |
| 30–70 m, 4K@60, zweites Display an der Quelle | PremiumCord 70 m mit lokalem Ausgang |
| 70–100 m, Full HD oder 4K@30 reicht | PremiumCord 100 m |
| Bis 50 m, nur Full HD, kleines Budget | DIGITUS Mini-Set |
| Mehrere Displays, verteilt im Gebäude | HDMI over IP |
| 4K@120 für Gaming über lange Strecke | Spezialklasse – oder Konsole näher stellen |
Worauf Du im Datenblatt achten solltest
- Reichweite MIT Auflösung. Steht nur eine Zahl ohne Auflösungsangabe, ist Vorsicht geboten. Seriöse Hersteller nennen beides.
- HDCP-Version. Für 4K-Streaming braucht es HDCP 2.2 oder höher – sonst bleiben geschützte Inhalte schwarz. Warum, steht unter HDCP erklärt.
- Geforderter Kabeltyp. Cat6 mit Vollkupfer ist der Standard. CCA-Kabel funktionieren auf kurzen Strecken und fallen bei langen aus.
- PoC oder zwei Netzteile? Wenn am Zielort keine Steckdose ist, entscheidet das über die Machbarkeit.
- IR-Rückkanal. Nur damit steuerst Du die Quelle vom Zielraum aus – bei einem Beamer im Nebenraum unverzichtbar.
- Latenz. Für Film und TV irrelevant, für Gaming und Präsentationen mit Maus wichtig. HDBaseT ist praktisch verzögerungsfrei, HDMI over IP nicht immer.
Die drei häufigsten Fehlkäufe
- Set nach beworbener Maximalreichweite gekauft und übersehen, dass diese nur für Full HD gilt. Der mit Abstand häufigste Fall.
- Extender gekauft, wo ein Kabel gereicht hätte. Unter 30 Metern ist ein aktives Glasfaserkabel meist einfacher, günstiger und fehlerärmer – siehe HDMI-Kabellänge.
- HDBaseT gekauft und über einen Switch verlegt. HDBaseT nutzt Netzwerkkabel, aber kein Netzwerkprotokoll. Zwischen Sender und Empfänger darf kein Switch sitzen. Wer über das vorhandene LAN verteilen will, braucht HDMI over IP.
Häufige Fragen
Welcher HDMI-Extender schafft wirklich 4K bei 60 Hz?
Sets, die diese Kombination ausdrücklich mit Entfernung nennen – etwa „4K@60Hz bis 70 m". Fehlt die Auflösungsangabe zur Reichweite, ist die Maximalstrecke fast immer für Full HD gemeint.
Brauche ich Cat6 oder reicht Cat5e?
Für Full HD und kurze Strecken reicht Cat5e, für 4K und lange Strecken solltest Du Cat6 oder Cat6a mit Vollkupferadern nehmen. Entscheidend ist weniger die Kategorie als das Material – CCA-Kabel sind die häufigste Ursache für instabile Extender-Strecken.
Kann ich einen Extender über die vorhandene Netzwerkdose betreiben?
Wenn es eine durchgehende Punkt-zu-Punkt-Verbindung ohne Switch ist: ja, aber jede Klemmstelle kostet Reserve. Eine direkte Verbindung ist immer stabiler.
Funktioniert die Fernbedienung durch den Extender?
Nur, wenn das Set einen IR-Rückkanal hat. Steht das nicht im Datenblatt, kannst Du die Quelle vom Zielraum aus nicht steuern – bei einem Beamer im Nebenraum ein Ausschlusskriterium.
Was ist besser: Extender oder Glasfaserkabel?
Unter 30 Metern das Glasfaserkabel – ein Teil statt drei, kein Netzteil, keine Konfiguration. Darüber wird der Extender wirtschaftlicher. Der vollständige Vergleich steht unter HDMI-Kabel, Extender oder Glasfaser.
Fazit
Kaufe nie nach der aufgedruckten Maximalreichweite, sondern nach der Kombination aus Entfernung und Auflösung. Miss den realen Kabelweg mit Reserve, lege Deine Zielauflösung fest und suche dann gezielt ein Set, das genau diese Kombination im Datenblatt nennt.
Und prüfe vorher, ob Du überhaupt einen Extender brauchst: Bis 30 Meter ist ein aktives Glasfaserkabel meist die einfachere und fehlerärmere Lösung.
Weiterlesen
- HDMI-Kabellänge – ab wann ein Extender überhaupt nötig ist
- HDMI-Kabel, Extender oder Glasfaser? – die drei Wege im Vergleich
- HDBaseT vs. HDMI over IP – wenn mehrere Displays versorgt werden sollen
- Netzwerkkabel für HDMI-Extender – Cat5e, Cat6, Cat6a und die CCA-Falle
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