Bellevue/Hamburg – Die globale Krise bei Speicherkomponenten erreicht einen neuen Tiefpunkt und trifft nun auch einen der populärsten Gaming-Handhelds. Wie Hersteller Valve bestätigt, ist das Steam Deck OLED in mehreren Regionen, darunter auch Deutschland, nur noch eingeschränkt verfügbar. Auch künftige Hardware-Projekte des Unternehmens geraten durch die Marktlage ins Stocken.
Was Branchenanalysten bereits Ende 2025 prognostizierten, ist im ersten Quartal 2026 bittere Realität geworden: Eine massive Knappheit bei NAND-Flash-Speichern und DRAM-Bausteinen wirbelt die Preisgefüge der gesamten IT-Industrie durcheinander. Nachdem bereits die Preise für SSDs und Arbeitsspeicher im freien Handel sprunghaft angestiegen sind, bekommt nun auch die Hardware-Sparte von Valve die Auswirkungen direkt zu spüren.
512-GB-Modell in Deutschland vergriffen
Besonders betroffen ist das beliebte Steam Deck OLED in der 512-GByte-Variante. Ein Blick in den offiziellen Steam-Store zeigt für Deutschland derzeit den Status „Ausverkauft“. Wer aktuell ein Handheld mit OLED-Display erwerben möchte, muss zwangsläufig zur teureren 1-Terabyte-Version greifen – doch auch hier ist die Verfügbarkeit nicht mehr langfristig gesichert.
Valve richtete sich bereits mit einer offiziellen Warnung an die Community: Es könne zeitweise dazu kommen, dass die gesamte Steam-Deck-Reihe temporär gar nicht mehr lieferbar ist. Während das Unternehmen bisher versucht, die Verkaufspreise stabil zu halten, schließen Experten eine kurzfristige Preisanpassung nach oben nicht mehr aus, um die massiv gestiegenen Einkaufskosten für Speicherchips aufzufangen.
Die Ursachen: KI-Boom und Produktionsengpässe
Hinter der sogenannten „Speicherkrise“ steckt ein Geflecht aus mehreren Faktoren. Zum einen bindet der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) enorme Kapazitäten der Chipproduktion, da Rechenzentren weltweit gigantische Mengen an Hochgeschwindigkeitsspeicher (HBM und DDR5) aufkaufen. Zum anderen führen Rohstoffverknappungen dazu, dass die Fertigung von NAND-Modulen – wie sie im Steam Deck verbaut werden – nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten kann.
Steam Machine: Release und Preise verschoben
Die Krise wirft zudem lange Schatten auf die Zukunftspläne von Valve. Die mit Spannung erwartete Neuauflage der Steam Machine sowie ergänzende Hardware-Komponenten wie der neue „Steam Controller“ verzögern sich auf unbestimmte Zeit.
Eigentlich hätte Valve in diesen Tagen die finalen Preisgestaltungen bekannt geben sollen. Dies wurde nun jedoch auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Der Grund: Eine verlässliche Kalkulation ist angesichts der tagesaktuell schwankenden Komponentenpreise derzeit schlichtweg nicht möglich.
„Wir beobachten die Marktsituation genau, müssen aber Prioritäten bei der Bestückung unserer bestehenden Hardware-Linien setzen“, heißt es dazu in einer knappen Stellungnahme aus der Firmenzentrale in Bellevue.
Ausblick: Ein schwieriges Jahr für den PC-Markt
Für das restliche Jahr 2026 bleibt die Lage angespannt. Gamer, die mit dem Kauf eines Steam Decks oder eines neuen PCs liebäugeln, müssen sich auf längere Wartezeiten und eine volatile Preisgestaltung einstellen. Ob sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte entspannen wird, hängt maßgeblich davon ab, ob neue Produktionskapazitäten der großen Speicherhersteller rechtzeitig ans Netz gehen können.






